Bike Run 2014: „Damit aus guten Ideen große Dinge wachsen können“

ziel

In diesem Fall war tatsächlich der Weg das Ziel:

Mit jeder Menge Motivation, Ausdauer und Schweiß haben die 45 Teilnehmer/innen des Bike Run 2014 insgesamt rund 6.000 € zugunsten der Freien Montessori Schule Main-Kinzig-Kreis zusammengeradelt. Bei schönstem Wetter und mit bester Stimmung waren sie – begleitet von Eltern und Geschwistern – am 6. Juli 2014 in Form einer Sternfahrt von unterschiedlichen Orten aus in Richtung Altenhaßlau gestartet, um dort gemeinsam gegen 14:30 Uhr rechtzeitig zum Sommerfest der Schule einzutreffen.

 

Am weitesten hatten es dabei die Teilnehmer, die in Hartmannshain im Vogelsberg losfuhren: Die insgesamt 25-köpfige Gruppe musste ganze 45 Kilometer zurücklegen und brauchte dafür mehr als vier Stunden. „Gegen Ende war uns ziemlich heiß und die Kraft ließ dann doch etwas nach“, erzählt die Initiatorin des Bike Run 2014, Karin Muir. Doch davon hätten sich die Teilnehmer nicht stoppen lassen. Alle hätten tapfer durchgehalten.

Ziel der Sponsoring-Aktion war es, mit jedem gefahrenen Kilometer Geld für die Schule zu sammeln. Damit sollten wichtige Projekte an der Schule unterstützt werden. Darüber hinaus hatten sich die Schüler entschieden, rund 30 % der Einnahmen für den Sozialfonds Schulgeldermäßigung zu spenden. Die Vision des Sozialfonds: Eine Schule für alle, unabhängig vom Einkommen.

Und so kam es dann auch: Rund 1.900 € der erwirtschafteten Sponsorengelder flossen nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden des Fördervereins Montessori Main-Kinzig e.V. „Ars Navigandi“ Dr. Udo Priess in den Sozialfonds und kommen damit finanziell weniger gut aufgestellten Familien zu Gute. Etwa 4.100 € wurden laut Priess zweckgebunden an Kinderhaus, Grundschule und Sekundarschule weitergeleitet.

Zusammen mit den Einnahmen aus dem Sommerfest in Höhe von etwa 1.400 € und einem Zuschuss des Fördervereins von rund 2.800 € konnten sowohl dem Kinderhaus als auch der Grund- und Sekundarschule einige lang ersehnte Träume verwirklicht werden. So bekam das Kinderhaus laut Udo Priess für insgesamt ca. 1.750 € einen heiß ersehnten Thermomix, mit dem die Kinder unter anderem ihr Frühstücksbrot und diverse Aufstriche selbst zubereiten, sowie eine Digitalkamera und eine Sitzgarnitur. Die Grundschule schaffte für etwa 2.250 € Materialien verschiedener Art an, und die Sekundarschule erhielt für ca. 1.700 € Elektrowerkzeuge für die Werkstatt. Darüber hinaus gingen rund 1.030 € für Sporthilfsmittel weg, die die Inklusion ermöglichen, und etwa 850 € wurden für eine Kehrmaschine und die Präsentation der Schule für ihren Auftritt auf der Familienmesse ausgegeben.

abfahrtAber nicht nur die Sponsorengelder, sondern auch nicht zuletzt auch das gemeinschaftliche Erlebnis, die gemeinsame Bewältigung der Bike Run-Aktion bis hin zum gemeinsamen Feiern auf dem Sommerfest, waren wichtige Aspekte für die Organisatoren des Bike Run. Für sie gab es im Vorfeld des Bike Run jede Menge zu tun.

Als erste Aufgabe ging es im Vorfeld des Bike Runs darum, im Bekanntenkreis Sponsoren für die zu fahrenden Kilometer zu finden. Die Sponsoren verpflichteten sich, z.B. 50 Cent pro gefahrenen Kilometer zu spenden. „Einige waren so eifrig beim Sponsorensuchen, dass sie schon bald nach einer zweiten Sponsorenliste fragten“, so Karin Muir.

Neben den Sponsoren für die individuelle Leistung, die die Teilnehmer im Bekanntenkreis fanden, gelang es auch, einige Unternehmen als Sponsoren der Bike Run-Aktion als solche zu gewinnen. Dies waren unter anderem: i2b , Stadtwerke Gelnhausen GmbH, Kreiswerke Main-Kinzig, Tegut Altenhaßlau, Paradieschen, Janny’s Eis.

Am Tag des Bike Run, am 6. Juli 2014, war der jüngste Teilnehmer gerade einmal vier Jahre alt und mit dem Laufrad unterwegs, und der älteste 16. Von den ursprünglich angemeldeten 46 Schülerinnen und Schülern vom Kinderhaus bis zur Sekundarschule fielen letztendlich zwar vier Teilnehmer aus gesundheitlichen oder terminlichen Gründen aus. Doch es kamen spontan noch drei weitere hinzu, sodass die geplanten 1.000 km nicht nur erreicht, sondern sogar überschritten werden konnten. Ganze 1.037 km standen insgesamt am Schluss der Sternfahrt zu Buche.

Wie kam der Bike Run 2014 zustande?

Am Anfang stand das Bike Run-Projekt. Im Rahmen der an der Schule üblichen Donnerstagsprojekte beschäftigten sich sieben Schüler der 4. bis 6. Klasse zwischen den Weihnachts- und den Osterferien mit dem Thema Bike Run 2014, begleitet von Karin Muir und Katja Thiel (zwei Müttern von Kindern in Grundschule und Kinderhaus). Es wurden Ideen zusammengetragen, mögliche Routen besprochen, Interviews durchgeführt und die schulinterne Werbung mit vielen kreativen Plakaten, selbstgebastelten Buttons und Karten realisiert. Unter anderem gestalteten die Schüler auch ein riesiges Wunschplakat, an das jeder an der Schule seine Wünsche schreiben konnte. „Die Projektgruppe hat ganz wichtige Arbeit zur Bekanntmachung des Bike Runs und seiner Ziele geleistet“, so Karin Muir, „und ganz nebenbei ein bisschen Projektplanung kennengelernt.“

Einige der an den Wunschbaum gehefteten Anliegen werden vermutlich Träume bleiben, wie z.B. „Handys in der Pause“ oder „ein Schulhund“. Andere wiederum lassen sich eher verwirklichen, wie z.B. „zwei Fußbälle“, „mehr echte Pflanzen in der Schule“ und „ein Sonnensegel für den Sandkasten im Kinderhaus“.wunschplakat

Von großem Wert für den gelungenen Ablauf des Bike Run 2014 waren neben dem großen Engagement der Schüler auch die Erfahrungen Karin Muirs, auf die sie dank einer ähnlichen Aktion zurückgreifen konnte. Denn bereits vor zwei Jahren hatte sie sich mit „Joe´s Sponsored Bike Run für Inklusion“ an der Freien Montessori Schule Main-Kinzig-Kreis engagiert. Ihr damals sieben Jahre alter Sohn Joe mit Down-Syndrom hatte, begleitet von Familie und Freunden, 29 Kilometer mit dem Rad zurückgelegt. Dadurch war ein stattlicher vierstelliger Betrag zugunsten des Fördervereins der Schule zusammengekommen, damit dieser Materialien erwerben und Maßnahmen unterstützen konnte, die zum Gelingen von Inklusion beitragen.

„Nach den Osterferien ging dann die eigentliche Organisationsarbeit los. Die Schülerinnen und Schüler wussten nun schon ganz gut Bescheid. Jetzt hieß es, die Eltern für die Aktion zu gewinnen und zu informieren, die Außenwerbung vorzubereiten und Sponsoren zu gewinnen“, so Karin Muir. „Ich habe ziemlich viel am Schreibtisch gesessen. Da war Jens (Jens Zaremba, Vater zweier Töchter an der Montessori Schule und Elternbeirat, A. d. R.) eine tolle Hilfe. Er hat die Texte schön in Form gebracht und ein professionelles Bike Run-Logo und einen tollen Flyer gestaltet. Tja, und schließlich musste man eben auch die potenziellen Sponsoren persönlich ansprechen.“

Befragt nach einer abschließenden Bewertung der Aktion meint Karin Muir: „Es war viel Arbeit, aber ich denke, dass es sich gelohnt hat und dass auch viele Spaß an der Aktion hatten.“ Das im Anschluss an den Bike Run gefeierte Sommerfest war jedenfalls ein voller Erfolg, und man sah viele zwar verschwitzte, aber zufriedene und stolze Gesichter.

Martina Prignitz (Text)